Pflanzenextrakte zwischen historischer Kräuterkunde und moderner Pflanzenkunde
In dieser Kategorie findest Du eine große Auswahl flüssiger Kräuter- und Pflanzenzubereitungen mit Bezug zur Pflanzenkunde nach Hildegard von Bingen. Dazu gehören klassische Einzelpflanzen-Extrakte aus Wermut, Schafgarbe, Süßholzwurzel, Weißdorn, Walnussblatt, Tausendgüldenkraut oder Galgant ebenso wie komplexere Pflanzenkombinationen und ausgewählte Sprays. Die Produkte unterscheiden sich deutlich nach Pflanzenart, verwendetem Pflanzenteil, Zusammensetzung, Alkoholgehalt und Herstellungsform. Deshalb betrachten wir jeden Extrakt einzeln und trennen klar zwischen heutiger Produktdeklaration, historischer Überlieferung und moderner botanischer beziehungsweise phytochemischer Forschung.
Was findest Du bei den Extrakten und Tinkturen?
Das Sortiment umfasst zahlreiche flüssige Pflanzenzubereitungen, bei denen einzelne Kräuter, Blätter, Blüten, Früchte, Wurzeln oder Kombinationen mehrerer Pflanzen verarbeitet werden.
Zu den vertretenen Pflanzen gehören beispielsweise:
Kräuter & Blüten
Andorn, Eisenkraut, Hopfen, Schafgarbe, Schachtelhalm, Tausendgüldenkraut, Wegerich, Weißdorn und Wermut.
Blätter & Wurzeln
Walnussblatt, Olivenblätter, Löwenzahnwurzel, Meisterwurz, Süßholzwurzel, Galgantwurzel und weitere Pflanzenrohstoffe.
Pflanzenkombinationen
Mehrstoff-Rezepturen wie Herz, Herzgold, Relax, Nierengold, Nierengold Plus, Sero oder Sabal Plus.
Einige Produkte bestehen aus nur einer Pflanzenart beziehungsweise einem Pflanzenrohstoff, andere kombinieren mehrere botanisch und phytochemisch sehr unterschiedliche Bestandteile.
Ein Pflanzenname allein sagt noch nicht alles
Bei Pflanzenextrakten ist es wichtig, nicht nur auf den Namen der Pflanze zu achten.
Entscheidend sind unter anderem:
- •die botanische Art,
- •der verwendete Pflanzenteil,
- •die Kombination mit weiteren Pflanzen,
- •der Alkohol- beziehungsweise Wasseranteil,
- •die Art der Extraktion und
- •eine mögliche Standardisierung auf einzelne Naturstoffe.
Gerade unterschiedliche Pflanzenteile können ein vollkommen anderes Stoffprofil besitzen.
Beispiele dafür sind:
- •Brennnesselkraut und Brennnesselwurzel sind phytochemisch nicht gleichzusetzen.
- •Mariendistelkraut ist nicht dasselbe wie die Früchte, aus denen standardisierte Silymarinpräparate hergestellt werden.
- •Walnussblatt besitzt ein anderes Naturstoffprofil als Walnusskern oder grüne Fruchtschale.
- •Wermutkraut ist nicht mit konzentriertem ätherischem Wermutöl gleichzusetzen.
Deshalb orientieren sich unsere Produktbeschreibungen immer am tatsächlich deklarierten Pflanzenrohstoff.
Traditionelle Namen können mehrere Pflanzenarten umfassen
Auch scheinbar eindeutige Pflanzennamen können botanisch komplexer sein.
Beispiele aus dieser Kategorie:
- •Weißdorn kann mehrere Arten der Gattung Crataegus sowie Hybriden umfassen.
- •Wegerich bezeichnet eine ganze Gattung und ist nicht automatisch ausschließlich Spitzwegerich.
- •Süßholzwurzel kann pharmazeutisch aus unterschiedlichen Glycyrrhiza-Arten stammen.
- •Galgant kann ohne botanische Zusatzangabe mehreren nahe verwandten Gewürzpflanzen zugeordnet werden.
- •Weihrauch kann aus unterschiedlichen Arten der Gattung Boswellia stammen.
Wo der Hersteller keinen vollständigen botanischen Artnamen nennt, ergänzen wir deshalb keine vermeintlich eindeutige Art auf Verdacht.
Eine wissenschaftlich gut dokumentierte Art wird dann ausdrücklich als botanische oder pharmazeutische Referenz erläutert.
Von Bitterstoffen über Flavonoide bis zu ätherischen Ölen
Die Pflanzen dieser Kategorie besitzen sehr unterschiedliche Naturstoffprofile.
Je nach Pflanzenart und Pflanzenteil können beispielsweise vorkommen:
Bitterstoffe
Etwa Absinthin im Wermut oder Secoiridoide wie Swertiamarin und Gentiopicrosid im Tausendgüldenkraut.
Flavonoide & Polyphenole
Zum Beispiel Vitexin-Derivate im Weißdorn, Quercetin-Glykoside im Walnussblatt oder unterschiedliche Pflanzenphenole in vielen Kräutern.
Aromatische Naturstoffe
Ätherische Öle, Terpene und Gewürzstoffe kommen unter anderem bei Wermut, Poleiminze, Fenchel, Nelke oder Galgant vor.
Hinzu kommen je nach Pflanze beispielsweise Gerbstoffe, Cumarine, Iridoide, Phenolsäuren, Saponine, Triterpene, Lignane, Xanthone oder weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
Diese Pflanzenstoffe werden auf den jeweiligen Produktseiten wissenschaftlich eingeordnet. Literaturwerte einer Pflanze werden jedoch nicht automatisch als analysierter Gehalt des fertigen Produktes dargestellt.
Warum Alkoholgehalt und Herstellungsform eine Rolle spielen
Viele klassische Extrakte dieser Kategorie besitzen einen Alkoholgehalt von 60 % vol.
Das gilt jedoch nicht pauschal für jedes Produkt. Einzelne Zubereitungen besitzen andere Alkoholgehalte oder eine abweichende Produktform.
Ethanol und Wasser besitzen unterschiedliche Lösungseigenschaften. Dadurch können je nach Verhältnis unterschiedliche Stoffgruppen aus einem Pflanzenrohstoff extrahiert werden.
Zusätzlich beeinflussen beispielsweise:
- •Pflanzenart und Herkunft,
- •verwendeter Pflanzenteil,
- •frisches oder getrocknetes Ausgangsmaterial,
- •Zerkleinerungsgrad,
- •Pflanzen-Flüssigkeits-Verhältnis,
- •Extraktionsdauer und Temperatur sowie
- •Lagerung des Ausgangsmaterials
die Zusammensetzung des fertigen Pflanzenextraktes.
Ein identischer Alkoholgehalt bedeutet deshalb nicht automatisch, dass zwei Extrakte in Konzentration oder Naturstoffprofil miteinander vergleichbar sind.
Literaturwerte sind keine Produktanalyse
Viele Pflanzen dieser Kategorie sind wissenschaftlich intensiv untersucht.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder bekannte Pflanzenstoff im jeweiligen Hildegard-and-more-Produkt in einer bestimmten Menge vorhanden sein muss.
So ist beispielsweise ohne produktspezifische Analytik kein bestimmter Gehalt ableitbar für:
- •Thujon im Wermut Extrakt,
- •Juglon im Walnussblatt Extrakt,
- •Glycyrrhizin im Süßholzwurzel Extrakt,
- •Vitexin oder Procyanidine im Weißdorn Extrakt,
- •Swertiamarin oder Centapicrin im Tausendgüldenkraut Extrakt oder
- •Boswelliasäuren in einer Weihrauch enthaltenden Rezeptur.
Unsere Pflanzenkunde erklärt deshalb, welche Stoffe wissenschaftlich bekannt sind – ohne daraus unbelegte konkrete Produktgehalte abzuleiten.
Viele Pflanzen sind tatsächlich in der Physica dokumentiert
Ein großer Teil der Pflanzen in dieser Kategorie besitzt einen echten historischen Bezug zur überlieferten Naturkunde Hildegards von Bingen.
Zu den besonders deutlich dokumentierten Beispielen gehören unter anderem:
- •Wermut – in der Physica als „Wermuda“ beschrieben,
- •Stabwurz beziehungsweise Eberraute – „Stagwurtz“,
- •Süßholz – „Liquiricium“,
- •Wegerich – „Plantago“,
- •Walnuss – einschließlich einer Beschreibung der Blätter,
- •Kubeben, Rose, Zimt und Gewürznelke sowie
- •zahlreiche weitere Pflanzen des heutigen Sortiments.
Der historische Bezug ist jedoch nicht bei jedem Produkt gleich.
Bei manchen Pflanzen ist die Zuordnung sehr eindeutig. Bei anderen lassen mittelalterliche Pflanzennamen mehrere moderne botanische Interpretationen zu.
Und nicht jede heutige Pflanzenkombination ist automatisch eine unverändert überlieferte Rezeptur Hildegards.
Hildegard-Bezug bedeutet nicht automatisch Hildegard-Empfehlung
Auch die historische Bewertung einer Pflanze kann überraschend sein.
Ein gutes Beispiel ist Weißdorn: Der Baum wird bei Hildegard tatsächlich beschrieben, sie ordnet ihm in der überlieferten Passage jedoch gerade keine besondere arzneiliche Bedeutung zu.
Andere Pflanzen wie Wermut werden von ihr dagegen ausgesprochen ausführlich und positiv innerhalb ihres mittelalterlichen Naturverständnisses behandelt.
Deshalb unterscheiden wir auf den einzelnen Produktseiten zwischen:
Historisch erwähnt
Die Pflanze lässt sich in einer überlieferten Quelle Hildegards nachweisen.
Historisch verwendet
Hildegard beschreibt konkrete Zubereitungen oder Anwendungen der Pflanze.
Heutiges Produkt
Die moderne Extraktform muss nicht mit der mittelalterlichen Zubereitung identisch sein.
So entsteht eine historisch belastbare Einordnung, ohne moderne Produkte nachträglich zu mittelalterlichen Originalrezepturen zu erklären.
Zwei unterschiedliche Ebenen, die wir bewusst trennen
Hildegards Pflanzenkunde entstand im 12. Jahrhundert und gehört in ihren historischen und kulturellen Kontext.
Die heutige botanische, phytochemische und pharmazeutische Forschung arbeitet dagegen mit moderner Taxonomie, chromatographischen Analysen, Pflanzenmonographien und definierten Extrakten.
Auf unseren Produktseiten werden deshalb drei Ebenen getrennt betrachtet:
- •Was enthält das heutige Produkt tatsächlich?
- •Was ist über die Pflanze wissenschaftlich bekannt?
- •Welchen historischen Bezug gibt es tatsächlich zu Hildegard von Bingen?
Damit entsteht eine deutlich präzisere Produktinformation als durch pauschale Aussagen wie „traditionell verwendet“ oder „nach Hildegard“.
EMA-Monographien als wissenschaftliche Referenz
Für zahlreiche Pflanzen dieser Kategorie existieren Monographien oder wissenschaftliche Bewertungsberichte der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Dazu gehören beispielsweise:
- •Absinthii herba – Wermutkraut
- •Centaurii herba – Tausendgüldenkraut
- •Crataegi folium cum flore – Weißdornblätter mit Blüten
- •Juglandis folium – Walnussblatt
- •Liquiritiae radix – Süßholzwurzel
- •Plantaginis lanceolatae folium – Spitzwegerichblatt und
- •weitere klassische pflanzliche Rohstoffe.
Diese Monographien helfen bei der botanischen und pharmazeutischen Einordnung.
Sie machen einen hier angebotenen Extrakt jedoch nicht automatisch zu einem Arzneimittel oder zu einer identischen pharmakopöischen Zubereitung.
Bei einzelnen Produkten ausdrücklich ausgewiesen
Bei mehreren Produkten wird der verwendete Pflanzenrohstoff ausdrücklich als aus eigenem Anbau bezeichnet.
Dazu gehören beispielsweise einzelne Extrakte mit Wermutkraut, Walnussblatt und weitere entsprechend gekennzeichnete Pflanzen.
Diese Angabe übernehmen wir nur dort, wo sie für den konkreten Artikel tatsächlich ausgewiesen ist.
Ein eigener Kräuteranbau bedeutet dabei eine nachvollziehbare Rohstoffherkunft, aber keine automatisch identische Naturstoffkonzentration von Ernte zu Ernte.
Pflanzen bleiben Naturrohstoffe, deren Zusammensetzung durch Genetik, Standort, Wetter, Entwicklungsstadium und Erntezeitpunkt beeinflusst werden kann.
Welcher Extrakt passt zu Deiner Suche?
1. Pflanze auswählen
Beginne mit dem konkreten Pflanzenrohstoff oder der gewünschten Pflanzenkombination.
2. Deklaration prüfen
Achte auf Pflanzenteil, Zusammensetzung, Alkoholgehalt, Füllmenge und Produktform.
3. Hintergrund lesen
Die ausführlichen Produktseiten erklären Botanik, Pflanzenstoffe und den tatsächlichen historischen Hildegard-Bezug.
Hersteller der meisten Produkte dieser Kategorie
Ein großer Teil der hier angebotenen Extrakte und Sprays stammt von Hildegard and more aus Albstadt-Ebingen auf der Schwäbischen Alb.
Der Hersteller verbindet die historische Pflanzenkunde nach Hildegard von Bingen mit heutigen Produktformen und führt ein umfangreiches Sortiment an Kräutern, Extrakten, Tinkturen, Gewürzen, Kräuterweinen und weiteren Naturprodukten.
Bei ARTEMISIUM ergänzen wir die Herstellerdeklarationen um ausführliche botanische, wissenschaftliche und historische Informationen.
Dabei bleiben Herstellerangaben, wissenschaftliche Referenzen und unsere redaktionelle Einordnung klar voneinander getrennt.
















































