
Walnussblatt Extrakt – 100 ml
Walnussblätter besitzen ein deutlich anderes Pflanzenstoffprofil als die bekannten Walnusskerne. Wissenschaftlich besonders gut untersucht sind die Blätter des Echten Walnussbaumes Juglans regia L. mit einem vielfältigen Spektrum aus Gerbstoffen, Flavonoiden, Hydroxyzimtsäuren und charakteristischen Naphthochinon-Verbindungen. Besonders bekannt ist Juglon – ein Naturstoff, dessen Vorkommen stark von Frische, Alter und Verarbeitung der Blätter abhängt. Der Walnussblatt Extrakt von Hildegard and more enthält Walnussblatt aus eigenem Anbau, Alkohol und destilliertes Wasser, besitzt 60 % vol. Alkohol und wird in einer 100-ml-Braunglasflasche mit Pipettenaufsatz angeboten. Ein bestimmter Juglon-, Gerbstoff- oder Flavonoidgehalt ist für das Fertigprodukt nicht ausgewiesen.
Walnussblatt aus eigenem Anbau
Der Walnussblatt Extrakt gehört zu den klar zusammengesetzten Einzelpflanzen-Auszügen von Hildegard and more.
Die aktuelle Produktdeklaration nennt:
- •Walnussblatt aus eigenem Anbau
- •Alkohol
- •destilliertes Wasser
Der Alkoholgehalt des fertigen Produktes beträgt 60 % vol.
Der Hinweis auf den Eigenanbau ist bei diesem Artikel besonders hervorzuheben: Während bei vielen anderen Pflanzen des Sortiments keine konkrete Herkunft des einzelnen Rohstoffes ausgewiesen ist, wird das Walnussblatt ausdrücklich als aus eigenem Anbau deklariert.
Der vollständige botanische Artname ist in der Produktdeklaration nicht zusätzlich angegeben. Die wissenschaftlich und historisch maßgebliche Walnussart Juglans regia wird deshalb als Referenzart erläutert.
Juglans regia – der Echte Walnussbaum
Die wissenschaftlich besonders gut dokumentierte Walnuss trägt den botanischen Namen:
Juglans regia L.
Sie gehört zur Familie der Walnussgewächse – den Juglandaceae.
Royal Botanic Gardens, Kew, führt Juglans regia als anerkannte Art. Das ursprüngliche natürliche Verbreitungsgebiet reicht nach heutiger Kew-Einordnung von der nordöstlichen und östlichen Türkei über den Kaukasus, Iran, Irak und Pakistan bis in den westlichen Himalaya.
In weiten Teilen Europas – darunter Deutschland – wurde der Walnussbaum seit sehr langer Zeit kultiviert und ist heute vielerorts eingebürgert.
Walnussblatt ist ein eigenständiger Pflanzenrohstoff
Bei „Walnuss“ denken die meisten zunächst an den essbaren Nusskern.
Für die Pflanzenkunde müssen jedoch mehrere vollkommen unterschiedliche Rohstoffe auseinandergehalten werden:
- •Walnussblätter
- •grüne Fruchtschalen
- •harte Nussschalen
- •Walnusskerne
- •Knospen und Rinde.
Alle diese Pflanzenteile besitzen unterschiedliche chemische Profile.
Forschung zu Walnusskernen, Walnussöl oder grünen Nussschalen kann deshalb nicht einfach auf einen Walnussblatt-Extrakt übertragen werden.
HAM026 wird ausdrücklich mit Walnussblatt hergestellt.
Juglandis folium – Walnussblatt
Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Walnussblatt unter der pharmazeutischen Bezeichnung:
Juglandis folium
und definiert den Rohstoff ausdrücklich als Blatt von:
Juglans regia L.
Die EMA beschreibt für ihre traditionelle pflanzliche Arzneizubereitung getrocknete und zerkleinerte Walnussblätter, die als Dekokt – also durch Auskochen mit Wasser – für eine äußerliche Anwendung aufbereitet werden.
Damit bestätigt die Monographie Walnussblatt als eigenständig bewerteten europäischen Pflanzenrohstoff.
Der 60-%-Alkoholextrakt von Hildegard and more ist allerdings eine andere Zubereitungsform und darf nicht automatisch mit der EMA-Wasserzubereitung gleichgesetzt werden.
→ Juglandis folium bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur
Ellagitannine prägen das Blattprofil
Walnussblätter sind reich an Gerbstoffen.
Das wissenschaftliche Assessment der EMA beschreibt für getrocknete Blätter von Juglans regia insbesondere Ellagitannine.
In historischen pharmazeutischen Quellen werden für das Blattmaterial Gesamtgerbstoffgehalte im Bereich von ungefähr 10 % beschrieben.
Ellagitannine gehören zu den hydrolysierbaren Tanninen. Bei ihrer chemischen beziehungsweise biologischen Spaltung können unter anderem Ellagsäure- beziehungsweise verwandte Strukturen entstehen.
Für HAM026 ist jedoch kein Gesamtgerbstoff- oder Ellagitanningehalt ausgewiesen.
Der Literaturwert des getrockneten Blattes darf deshalb nicht als Prozentwert des fertigen Flüssigextraktes verstanden werden.
Der bekannteste Walnussstoff – aber chemisch alles andere als einfach
Zu den bekanntesten sekundären Pflanzenstoffen des Walnussbaumes gehört Juglon.
Chemisch handelt es sich um:
5-Hydroxy-1,4-naphthochinon
und damit um ein Naphthochinon.
Juglon kommt nicht in allen Pflanzenteilen und Entwicklungsstadien in identischer Form vor. In frischem Walnussgewebe liegen verwandte Verbindungen teilweise zunächst als reduzierte beziehungsweise glykosidisch gebundene Vorstufen vor.
Durch enzymatische und oxidative Prozesse kann daraus freies Juglon entstehen.
Genau deshalb hängt ein gemessener Juglonwert stark davon ab:
- •ob frisches oder getrocknetes Material untersucht wird,
- •welcher Pflanzenteil analysiert wird,
- •wie alt die Probe ist und
- •wie sie verarbeitet und gelagert wurde.
Für HAM026 ist kein definierter Juglongehalt angegeben.
Juglon ist instabil
Gerade bei Walnussblatt ist die Unterscheidung zwischen frischem und getrocknetem Pflanzenmaterial besonders wichtig.
Der EMA-Assessment-Report weist darauf hin, dass Juglon instabil ist.
In frischem Pflanzenmaterial können Juglon beziehungsweise entsprechende Vorstufen deutlich relevanter sein. Während Trocknung und Lagerung wird freies Juglon jedoch leicht verändert und polymerisiert unter anderem zu gelblichen, braunen und schwarzen Verbindungen.
Die EMA stellt deshalb fest, dass freies Juglon in getrockneten Walnussblättern nur noch in Spuren vorhanden sein kann.
In einem dort zitierten Extrakt aus getrockneten Blättern konnte Juglon sogar nicht nachgewiesen werden.
Das bedeutet für HAM026: Da die aktuelle Produktdeklaration zwar „Walnussblatt aus eigenem Anbau“, aber nicht den Zustand des Rohmaterials und keinen analytischen Juglonwert nennt, darf weder ein hoher noch ein niedriger Juglongehalt behauptet werden.
Juglon besitzt pflanzliche Vorstufen
Walnussblätter enthalten Naphthochinon-Verbindungen nicht ausschließlich als fertiges freies Juglon.
In frischem Pflanzenmaterial ist unter anderem eine glykosidisch gebundene reduzierte Form beschrieben:
Hydrojuglon-Glucosid
beziehungsweise chemisch verwandte Hydroxy-Naphthalin-Glykoside.
Enzymatische Prozesse können diese Verbindungen verändern und zur Bildung von Juglon beitragen.
Neuere phytochemische Forschung zeigt darüber hinaus, dass Walnussblätter zahlreiche weitere Juglon-Glykoside und verwandte Naphthalen-Derivate enthalten können.
Diese chemische Dynamik ist einer der Gründe, weshalb eine einfache Angabe „enthält Juglon“ das tatsächliche Pflanzenstoffprofil nur sehr unvollständig beschreibt.
Walnussblätter sind phytochemisch ausgesprochen komplex
Eine umfangreiche phytochemische Untersuchung von Juglans-regia-Blättern aus dem Jahr 2017 isolierte und charakterisierte insgesamt 40 unterschiedliche Metaboliten.
Die Verbindungen gehörten verschiedenen Stoffgruppen an:
- •Megastigmane
- •Tetralone
- •Phenylpropanoide
- •Neolignane
- •Juglon-Glykoside.
Diese Arbeit zeigt besonders deutlich, dass die Pflanzenchemie der Walnussblätter weit über die oft genannten Schlagworte „Gerbstoffe und Juglon“ hinausgeht.
Quercetin-, Myricetin- und Kaempferol-Verbindungen
Walnussblätter besitzen ein umfangreich untersuchtes Flavonoidprofil.
Zu den wissenschaftlich beschriebenen Flavonoiden beziehungsweise Flavonoidglykosiden gehören unter anderem:
- •Quercitrin – Quercetin-3-O-rhamnosid
- •Hyperosid – Quercetin-3-O-galactosid
- •Quercetin-3-O-arabinosid
- •Quercetin-3-O-xylosid
- •Myricetin-Glykoside
- •Kaempferol-Glykoside
- •Taxifolin-Derivate.
Eine HPLC-MS/MS-Untersuchung identifizierte allein 17 unterschiedliche Flavonoid- und verwandte phenolische Verbindungen in untersuchten Walnussblättern.
In dieser konkreten Probe war Quercitrin der mengenmäßig auffälligste der untersuchten Flavonoidmarker.
Solche Messwerte sind jedoch chargen-, sorten- und methodenabhängig und stellen keine Analyse von HAM026 dar.
Zwei wichtige Quercetin-Glykoside
Quercetin kommt in Pflanzen häufig nicht ausschließlich als freies Molekül vor, sondern ist an unterschiedliche Zucker gebunden.
Zwei charakteristische Beispiele aus Walnussblättern sind:
- •Quercitrin: Quercetin + Rhamnose
- •Hyperosid: Quercetin + Galactose.
Obwohl beide Verbindungen denselben Flavonol-Grundkörper besitzen, unterscheiden sie sich durch den gebundenen Zucker und damit auch in verschiedenen physikalisch-chemischen Eigenschaften.
Für HAM026 ist weder Quercitrin noch Hyperosid mengenmäßig standardisiert.
Chlorogensäuren und Hydroxyzimtsäuren
Walnussblätter enthalten außerdem ein ausgeprägtes Profil verschiedener Hydroxyzimtsäuren.
In wässrigen Blattextrakten wurden beispielsweise nachgewiesen:
- •Kaffeesäure
- •Ferulasäure
- •p-Cumarsäure
- •Sinapinsäure
- •verschiedene Caffeoylchinasäuren
- •Dicaffeoylchinasäuren
- •Feruloylchinasäuren
- •p-Coumaroylchinasäuren.
Eine chromatographische Untersuchung erfasste insgesamt 15 unterschiedliche Hydroxyzimtsäure-Derivate in untersuchten Walnussblättern.
Auch hydroethanolische Extrakte wurden untersucht
Für Walnussblätter existieren auch Untersuchungen hydroethanolischer Extrakte.
In einer wissenschaftlichen Arbeit, die einen solchen Blattextrakt als möglichen kosmetischen Pflanzenrohstoff untersuchte, gehörten beispielsweise:
- •3-O-Caffeoylchinasäure
- •Quercetin-O-pentosid
- •Quercetin-3-O-glucosid
zu den mengenmäßig auffälligeren phenolischen Verbindungen der untersuchten Probe.
Das ist für einen alkoholisch-wässrigen Walnussblatt-Auszug wissenschaftlich interessant.
Die dort verwendete Extraktionsmethode und deren Konzentrationen sind jedoch nicht mit HAM026 gleichzusetzen.
Gerbstoffchemie und phenolisches Profil
Auch Ellagsäure wird regelmäßig im Zusammenhang mit Walnussblättern analytisch erfasst.
Sie steht chemisch in engem Zusammenhang mit der Gruppe der Ellagitannine.
In einer Untersuchung verschiedener Walnusssorten wurden gleichzeitig:
- •Ellagsäure,
- •Rutin,
- •Myricetin und
- •Juglon
über mehrere Erntezeitpunkte hinweg bestimmt.
Die Ergebnisse unterschieden sich deutlich zwischen Sorte und Erntedatum.
Walnussblätter verändern sich im Jahresverlauf
Walnussblätter besitzen kein über die gesamte Vegetationsperiode konstantes Pflanzenstoffprofil.
Eine Untersuchung von neun verschiedenen Walnusssorten analysierte zwischen Juni und August unter anderem:
- •Ellagsäure,
- •Rutin,
- •Myricetin und
- •Juglon.
Sowohl die Walnusssorte als auch der Zeitpunkt der Probennahme beeinflussten die gemessenen Konzentrationen signifikant.
Auch zwischen genetisch unterschiedlichen Bäumen unter denselben Anbaubedingungen können daher deutliche Unterschiede auftreten.
Gerade bei einem Produkt mit Walnussblatt aus eigenem Anbau ist dieser Zusammenhang interessant: Der Eigenanbau schafft zwar eine nachvollziehbare Herkunft, bedeutet aber nicht automatisch eine analytisch identische Naturstoffkonzentration von Jahr zu Jahr.
Hydroalkoholischer Blattauszug
HAM026 besitzt einen angegebenen Alkoholgehalt von 60 % vol.
Ethanol und Wasser besitzen unterschiedliche Lösungseigenschaften. Ein hydroalkoholisches Gemisch kann deshalb verschiedene Stoffgruppen aus Walnussblättern lösen.
Dazu können grundsätzlich beispielsweise gehören:
- •Flavonoidglykoside,
- •Phenolsäuren,
- •bestimmte Gerbstoffbestandteile,
- •Naphthochinon-Derivate und
- •weitere mittelpolare Naturstoffe.
Welche Stoffe tatsächlich in welchem Umfang extrahiert werden, hängt jedoch zusätzlich ab von:
- •Frische oder Trocknung des Ausgangsmaterials,
- •Erntezeitpunkt,
- •Zerkleinerungsgrad,
- •Pflanzen-Flüssigkeits-Verhältnis,
- •Extraktionsdauer,
- •Temperatur und
- •Lagerungsbedingungen.
Aus der Angabe „60 % vol.“ lässt sich deshalb weder ein Juglon- noch ein Gerbstoff- oder Flavonoidgehalt berechnen.
Wasser-Dekokt und Alkoholextrakt klar unterscheiden
Die EMA-Monographie zu Juglandis folium beschreibt eine traditionelle Zubereitung aus zerkleinerten getrockneten Walnussblättern und Wasser.
Dabei wird ein Dekokt hergestellt – das Pflanzenmaterial wird also ausgekocht.
HAM026 ist dagegen ein alkoholisch-wässriger Extrakt mit 60 % vol.
Diese beiden Zubereitungsformen können sich deutlich darin unterscheiden, welche Naturstoffe und welche Mengen einzelner Verbindungen in die Flüssigkeit übergehen.
Deshalb wird die EMA-Monographie zur botanischen und historischen Einordnung verwendet, aber nicht als Wirksamkeitsnachweis oder Analysedatensatz des Hildegard-and-more-Produktes.
Keine definierten Juglon-, Gerbstoff- oder Flavonoidwerte
Für den Walnussblatt Extrakt von Hildegard and more ist in den aktuell vorliegenden Produktinformationen keine Standardisierung auf einzelne Naturstoffe ausgewiesen.
Insbesondere wird kein definierter Gehalt angegeben für:
- •Juglon
- •Hydrojuglon-Verbindungen
- •Gesamtgerbstoffe
- •Ellagitannine
- •Quercitrin
- •Hyperosid
- •Myricetin
- •Kaempferol-Derivate
- •Ellagsäure
- •Chlorogen- beziehungsweise Caffeoylchinasäuren.
HAM026 wird deshalb als komplexer Walnussblatt-Auszug und nicht als standardisiertes Juglon- oder Gerbstoffpräparat beschrieben.
Der Nussbaum besitzt einen direkten Physica-Bezug
Der historische Hildegard-Bezug ist bei Walnuss besonders gut dokumentiert.
Im dritten Buch der Physica, das sich mit Bäumen beschäftigt, findet sich:
Kapitel III – Nuszbaum / Nux
Historisch-botanische Fachliteratur ordnet diesen Nussbaum eindeutig:
Juglans regia L. – Walnussbaum
zu.
Damit gehört die Walnuss zu den Pflanzen beziehungsweise Bäumen, für die kein moderner Hildegard-Zusammenhang konstruiert werden muss. Der Baum ist unmittelbar Bestandteil ihrer überlieferten Naturkunde.
Hildegard beschreibt ausdrücklich die Blätter
Für HAM026 ist der historische Zusammenhang besonders passend: Hildegard beschäftigt sich beim Nussbaum nicht nur mit den Nüssen, sondern ausdrücklich auch mit den Blättern.
In modernen wissenschaftlichen Aufarbeitungen der Physica wird beschrieben, dass Hildegard insbesondere junge beziehungsweise frische Blätter vor der vollständigen Fruchtreife berücksichtigt.
Sie unterscheidet dabei sogar zwischen unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Baumes und vertritt die mittelalterliche Vorstellung, dass sich die pflanzliche „Kraft“ während der Fruchtentwicklung vom Blatt stärker in die Früchte verlagere.
Unabhängig von der damaligen physiologischen Erklärung ist bemerkenswert: Das Walnussblatt selbst ist tatsächlich Gegenstand des mittelalterlichen Hildegard-Textes.
Das macht den historischen Bezug dieses Produktes deutlich belastbarer als bei vielen modernen Sortimentsergänzungen.
Eine interessante Parallele beim Erntezeitpunkt
Historisch bewertete Hildegard Blätter abhängig vom Entwicklungszustand des Baumes unterschiedlich.
Die heutige Pflanzenchemie erklärt solche Veränderungen selbstverständlich nicht mit der mittelalterlichen Säftelehre. Moderne Analytik bestätigt jedoch tatsächlich, dass sich das chemische Profil von Walnussblättern im Laufe der Vegetationsperiode verändert.
Untersuchungen zeigen saisonale Veränderungen unter anderem bei:
- •Juglon,
- •Myricetin,
- •Rutin,
- •Ellagsäure und
- •verschiedenen Hydroxyzimtsäuren.
Die historische Beobachtung einer Veränderung der Blätter im Jahresverlauf und die heutige analytische Feststellung saisonal wechselnder Pflanzenstoffprofile beruhen auf völlig unterschiedlichen Wissenssystemen – treffen aber beide auf denselben grundsätzlichen Umstand: Ein Blatt ist chemisch nicht zu jedem Zeitpunkt identisch.
Echte Hildegard-Pflanze – heutiger Alkoholextrakt
Der Bezug lässt sich deshalb besonders sauber formulieren:
- •Der Walnussbaum ist direkt in Hildegards Physica dokumentiert.
- •Hildegard beschreibt ausdrücklich auch die Blätter.
- •Die historische Pflanzenzuordnung zu Juglans regia ist sehr gut belegt.
- •HAM026 ist dagegen eine heutige Zubereitung mit 60 % vol. Alkohol.
Der historische Pflanzenbezug ist also unmittelbar vorhanden. Der moderne Alkoholextrakt wird dennoch nicht als unveränderte mittelalterliche Originalrezeptur dargestellt.
Ein besonderer Punkt dieses Produktes
Das für HAM026 verwendete Walnussblatt wird ausdrücklich als „aus eigenem Anbau“ deklariert.
Hildegard and more beschreibt auf seiner offiziellen Herstellerseite eine eigene Gärtnerei auf der Schwäbischen Alb und gibt an, dort verschiedene Kräuter beziehungsweise Pflanzen für die eigene Herstellung anzubauen.
Beim Walnussblatt wird dieser Herkunftshinweis direkt auf Produktebene genannt.
Eigenanbau bedeutet dabei vor allem eine nachvollziehbare Rohstoffherkunft. Er bedeutet nicht automatisch, dass jede Ernte analytisch identische Konzentrationen an Juglon, Flavonoiden oder Gerbstoffen aufweist.
Gerade die wissenschaftlich belegte jahreszeitliche und genetische Variabilität von Walnussblättern zeigt, dass auch kontrolliert angebaute Naturrohstoffe natürliche Schwankungen besitzen können.
Walnussblattforschung ist keine Produktanalyse von HAM026
Zu Juglans regia existiert umfangreiche wissenschaftliche Forschung.
Dabei werden jedoch sehr unterschiedliche Materialien untersucht:
- •frische Walnussblätter,
- •getrocknete Blätter,
- •Wasserextrakte,
- •Methanolextrakte,
- •hydroethanolische Extrakte,
- •grüne Fruchtschalen,
- •Nusskerne,
- •isoliertes Juglon oder andere Einzelstoffe.
Diese Materialien besitzen keine identische chemische Zusammensetzung.
Forschungsergebnisse zu bestimmten Proben oder isolierten Stoffen werden deshalb nicht automatisch auf den Walnussblatt Extrakt von Hildegard and more übertragen.
Die wissenschaftlichen Informationen dieser Seite dienen der fundierten Pflanzenkunde und der Erklärung des Rohstoffes – nicht als Heil-, Therapie- oder Vorbeugungsversprechen.
100 ml Braunglas mit Pipettenaufsatz
Der Walnussblatt Extrakt wird in einer 100-ml-Braunglasflasche mit Pipettenaufsatz angeboten.
Braunglas reduziert den direkten Lichteinfall auf den Flascheninhalt und eignet sich gut zur Aufbewahrung flüssiger Pflanzenextrakte.
Die Pipette ermöglicht eine saubere und kontrollierte Entnahme kleiner Flüssigkeitsmengen.
Nach jeder Entnahme sollte die Flasche wieder sorgfältig verschlossen werden.
Eigener Herstellerbetrieb und eigener Pflanzenanbau
Hildegard and more ist ein Familienbetrieb aus Albstadt auf der Schwäbischen Alb. Nach Angaben des Unternehmens wurde der eigene Herstellerbetrieb im November 2017 gegründet.
Der Hersteller beschreibt auf seiner offiziellen Seite eine eigene Gärtnerei, in der verschiedene Pflanzen und Kräuter angebaut werden.
Beim Walnussblatt Extrakt wird der verwendete Pflanzenrohstoff ausdrücklich als Walnussblatt aus eigenem Anbau deklariert.
Die aktuelle offizielle Unternehmensanschrift lautet:
Hildegard and more GbR
Johannes-Mauthe-Str. 14
72458 Albstadt
Geschützt und gut verschlossen lagern
- •In der Originalflasche aufbewahren.
- •Nach jeder Entnahme sorgfältig verschließen.
- •Vor direkter Sonneneinstrahlung und starker Wärme schützen.
- •Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- •Aufgrund des Alkoholgehaltes von offenen Flammen und Zündquellen fernhalten.
- •Literaturwerte zu Juglon, Gerbstoffen oder Flavonoiden nicht als Gehaltswerte dieses Produktes verstehen.
- •Für die konkrete Verwendung sind Produktkennzeichnung und Herstellerangaben maßgeblich.
Walnussblatt wissenschaftlich genauer betrachtet
Juglans regia – Botanik
Taxonomische Einordnung und natürliches Verbreitungsgebiet des Echten Walnussbaumes.
Juglandis folium – EMA
Europäische Pflanzenmonographie zum Walnussblatt von Juglans regia.
Gerbstoffe & Juglon
Wissenschaftlicher EMA-Assessment-Report mit Ellagitanninen, Juglon, Juglon-Vorstufen und Flavonoiden.
40 Blattmetaboliten
Umfassende phytochemische Untersuchung mit Megastigmanen, Tetralonen, Phenylpropanoiden, Neolignanen und Juglon-Glykosiden.
Flavonoide
HPLC-MS/MS-Untersuchung mit Quercitrin, Hyperosid, Quercetin-, Myricetin- und Kaempferol-Glykosiden.
Hydroxyzimtsäuren
Analyse verschiedener Chlorogen-, Caffeoyl-, Feruloyl- und Coumaroylchinasäure-Derivate in Walnussblättern.
Saisonale Veränderungen
Untersuchung von Ellagsäure, Rutin, Myricetin und Juglon in unterschiedlichen Walnusssorten und zu verschiedenen Erntezeitpunkten.
Hydroethanolischer Blattextrakt
Untersuchung eines hydroethanolischen Walnussblatt-Extraktes mit Caffeoylchinasäure und Quercetin-Derivaten.
Walnuss bei Hildegard
Wissenschaftliche Aufarbeitung von Hildegards „Nusbaum – Nux“ und Zuordnung zu Juglans regia.
Hildegard and more
Offizielle Herstellerinformationen zum Familienbetrieb, Herstellerbetrieb und eigenen Pflanzenanbau.
Fragen zum Walnussblatt Extrakt
Was enthält der Walnussblatt Extrakt?
Stammt das Walnussblatt tatsächlich aus eigenem Anbau?
Welche Walnussart ist wissenschaftlich besonders gut untersucht?
Was bedeutet Juglandis folium?
Ist Walnussblatt dasselbe wie Walnusskern?
Was ist Juglon?
Enthalten getrocknete Walnussblätter viel Juglon?
Wie viel Juglon enthält HAM026?
Was ist Hydrojuglon?
Enthalten Walnussblätter Gerbstoffe?
Welche Flavonoide sind für Walnussblätter bekannt?
Welche Phenolsäuren kommen in Walnussblättern vor?
Warum ist der Erntezeitpunkt wichtig?
Ist der 60-%-Alkoholextrakt dasselbe wie die EMA-Walnussblattzubereitung?
Ist der Extrakt auf einzelne Pflanzenstoffe standardisiert?
Hat Walnussblatt tatsächlich einen Bezug zu Hildegard von Bingen?
Hat Hildegard wirklich Walnussblätter beschrieben?
Ist HAM026 eine originale Hildegard-Rezeptur?
Können sich einzelne Chargen unterscheiden?
Warum wird der Extrakt in Braunglas abgefüllt?
Walnussblatt Extrakt auf einen Blick
- •Produkt: Walnussblatt Extrakt
- •Hersteller: Hildegard and more
- •Artikelnummer: HAM026
- •Füllmenge: 100 ml
- •Pflanzlicher Bestandteil: Walnussblatt aus eigenem Anbau
- •Weitere Bestandteile: Alkohol, destilliertes Wasser
- •Alkoholgehalt: 60 % vol.
- •Wissenschaftliche Referenzart: Juglans regia L.
- •Pharmazeutische Referenz: Juglandis folium
- •Charakteristische Stoffgruppen: Ellagitannine, Flavonoide, Hydroxyzimtsäuren, Naphthochinon-Derivate
- •Standardisierung: kein definierter Juglon-, Gerbstoff-, Flavonoid- oder Phenolsäuregehalt ausgewiesen
- •Verpackung: 100-ml-Braunglasflasche
- •Verschluss: Pipettenaufsatz
- •Hersteller: Hildegard and more GbR, Johannes-Mauthe-Str. 14, 72458 Albstadt


