Artemisia annua mit 96 % Alkohol – bewusst ethanolbetont extrahiert
Unser Artemisia-annua-Extrakt mit 96 % Alkohol ist ein mehrwöchig angesetzter Kaltauszug aus Artemisia-annua-Blättern. Der sehr hohe Ethanolanteil schafft ein deutlich anderes Extraktionsmilieu als bei unserem hydroalkoholischen 72-%-Extrakt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass hohe Ethanolkonzentrationen insbesondere für Artemisinin und weitere Sesquiterpene interessante Extraktionseigenschaften besitzen.
Ein bewusst stark ethanolbetontes Extraktionsmilieu
Welche Bestandteile einer Pflanze in einen Auszug übergehen, hängt wesentlich vom verwendeten Lösungsmittel ab. Ethanol und Wasser unterscheiden sich in ihrer Polarität und damit auch darin, welche Pflanzenbestandteile sie besonders gut lösen.
Bei 96 % Alkohol ist der Wasseranteil deutlich geringer als bei unserem 72-%-Extrakt. Dadurch verschiebt sich das Extraktionsverhalten stärker in Richtung solcher Pflanzenbestandteile, die sich in hochkonzentriertem Ethanol gut lösen.
Für Artemisia annua ist diese Unterscheidung besonders interessant: Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass hohe Ethanolkonzentrationen die Extraktion von Artemisinin und weiteren Sesquiterpenen begünstigen können.
Der 96-%-Extrakt ist deshalb nicht einfach eine „stärkere“ Version des 72-%-Extraktes. Er verfolgt vielmehr eine andere Extraktionsstrategie mit deutlich höherem Ethanolanteil.
Was den 96-%-Extrakt kennzeichnet
96 % Ethanol
Der sehr geringe Wasseranteil schafft ein stark ethanolbetontes Lösungsmittel mit anderen Extraktionseigenschaften als eine klassische hydroalkoholische Mischung.
Fokus auf alkohollösliche Stoffe
Hohe Ethanolkonzentrationen zeigen in wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere bei Artemisinin und weiteren Sesquiterpenen interessante Extraktionsergebnisse.
Schonender Kaltauszug
Der Extrakt wird über mehrere Wochen ohne zusätzliche Erwärmung angesetzt. Wir verzichten bewusst auf eine thermisch unterstützte Schnell- oder Heißextraktion.
Hohe Ethanolkonzentrationen können Artemisinin begünstigen
Einen besonders anschaulichen Vergleich liefert eine 2021 veröffentlichte Untersuchung verschiedener Artemisia-annua-Extrakte. Die Forscher verwendeten Wasser sowie 25, 50 und 90 % Ethanol und bestimmten den Artemisinin-Gehalt unter anderem mittels HPLC und Massenspektrometrie.
Unter den dort verwendeten Versuchsbedingungen nahm der gemessene Artemisinin-Gehalt mit steigendem Ethanolanteil deutlich zu: 2,0 ± 0,1 mg/ml bei 25 % Ethanol, 4,6 ± 0,2 mg/ml bei 50 % Ethanol und 7,9 ± 0,8 mg/ml bei 90 % Ethanol. Im reinen Wasserextrakt wurde Artemisinin unter diesen Bedingungen nicht nachgewiesen.
Die Untersuchung zeigt zugleich einen wichtigen Punkt: Andere Pflanzenbestandteile folgten diesem Verlauf nicht automatisch. Ein sehr hoher Ethanolanteil ist deshalb nicht für sämtliche Stoffgruppen gleichermaßen optimal.
→ Studie im Volltext bei PubMed Central ansehen
Biomolecules, 2021: Phytochemical Analysis and Anti-Inflammatory Activity of Different Ethanolic Phyto-Extracts of Artemisia annua L.
95 % Ethanol erzielten in einer Versuchsreihe die höchste Artemisinin-Ausbeute
Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich gezielt mit der Optimierung der Artemisinin-Extraktion aus Artemisia annua. Dabei wurden verschiedene Parameter systematisch verändert – darunter die Ethanolkonzentration, das Verhältnis zwischen Pflanzenmaterial und Lösungsmittel sowie eine vorausgehende Ultraschallbehandlung.
Die höchste Artemisinin-Ausbeute innerhalb dieser Versuchsreihe wurde bei 95 % Ethanol, ohne vorausgehende Ultraschallbehandlung und bei einem Pflanzen-Lösungsmittel-Verhältnis von 2 % erreicht.
Wichtig für die Einordnung: In dieser Studie wurden 95 % und nicht unser konkreter Alkoholgehalt von 96 % untersucht. Die Ergebnisse sind deshalb kein chargenbezogener Nachweis für unseren Extrakt, zeigen aber deutlich, dass sehr hohe Ethanolkonzentrationen für die gezielte Artemisinin-Extraktion wissenschaftlich relevant sind.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Ethanolkonzentration nicht der einzige entscheidende Faktor war. Das Verhältnis von Pflanzenmaterial zu Lösungsmittel hatte in diesem Versuchsaufbau sogar den stärksten Einfluss auf die Extraktionseffizienz.
→ Originalstudie bei Springer Nature ansehen
Revista Brasileira de Farmacognosia, 2017: Box–Behnken experimental design for extraction of artemisinin from Artemisia annua and validation of the assay method.
Auch 96-prozentiges Ethanol wird zur Artemisinin-Extraktion eingesetzt
Eine aktuelle Untersuchung aus dem Jahr 2025 zur Gewinnung von Artemisinin, Dihydroartemisininsäure und Artemisininsäure ordnet auch hochkonzentriertes Ethanol ausdrücklich ein.
Die Autoren verweisen darauf, dass Ethanol mit 96° GL – entsprechend einem sehr hochprozentigen Ethanolansatz – bereits erfolgreich im präparativen Maßstab zur Artemisinin-Isolierung eingesetzt wurde. Für das dort zitierte Verfahren wurde eine Gesamtprozess-Rückgewinnung von etwa 73 % beschrieben.
Die Arbeit bestätigt gleichzeitig, dass es kein universell bestes Lösungsmittel für jeden Zweck gibt: Für die analytische Bestimmung erzielte Acetonitril die höchste Rückgewinnung, während Ethanol aufgrund seiner praktischen Eigenschaften als interessantes Extraktionsmittel bewertet wurde.
→ Aktuelle ACS-Omega-Studie im Volltext ansehen
ACS Omega, 2025: Recovery and Economic Aspects of Extraction Methods for Artemisinin and its Precursors from Artemisia annua L. Leaves.
Mehr Ethanol – stärkerer Fokus auf Sesquiterpene
Eine weitere aktuelle Untersuchung analysierte die Extraktion verschiedener Stoffgruppen aus Artemisia annua über einen Ethanol-Wasser-Bereich von 0 bis 100 %. Dabei wurden unter anderem phenolische Verbindungen, Flavonoide und Sesquiterpene untersucht.
Die Ergebnisse zeigten unterschiedliche optimale Bereiche: Ethanolkonzentrationen von etwa 50 bis 60 % begünstigten unter den dort gewählten Versuchsbedingungen stärker die Extraktion phenolischer Verbindungen, während Ethanolkonzentrationen ab etwa 70 % für Sesquiterpene – darunter Artemisinin – günstiger waren.
Diese Ergebnisse verdeutlichen besonders gut, warum unterschiedliche Alkoholgehalte zu unterschiedlichen Extrakten führen: Ein hoher Ethanolanteil verändert nicht einfach die „Stärke“, sondern verschiebt die Zusammensetzung des extrahierten Stoffgemisches.
→ Aktuelle Studie bei ACS Publications ansehen
ACS Agricultural Science & Technology, 2026: Chemometric Optimization of Functional Compound Extraction from Artemisia annua L.
Zwei Alkoholgehalte – zwei bewusst unterschiedliche Extraktionsprofile
96 % Alkohol
Der sehr hohe Ethanolanteil und der entsprechend geringe Wasseranteil verschieben das Extraktionsprofil stärker in Richtung gut ethanollöslicher Pflanzenbestandteile.
Insbesondere für Artemisinin und andere Sesquiterpene zeigen mehrere Untersuchungen bei hohen Ethanolkonzentrationen hohe Extraktionswerte.
Der 96-%-Extrakt ist deshalb unsere stark ethanolbetonte Variante.
72 % Alkohol
Durch den höheren Wasseranteil besitzt die Extraktionsflüssigkeit eine andere Polarität. Dadurch können stärker polare Pflanzenbestandteile besser in das Extraktionsspektrum einbezogen werden.
Untersuchungen im Bereich von etwa 70 bis 80 % Ethanol zeigen eine gute Artemisinin-Extraktion bei gleichzeitiger Erfassung verschiedener Flavonoide und phenolischer Verbindungen.
Der 72-%-Extrakt ist deshalb unsere breiter hydroalkoholisch ausgerichtete Variante.
Artemisinin ist nur ein Bestandteil der Pflanze
Artemisia annua besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenstoffe. Neben Artemisinin und verwandten Sesquiterpenen enthält die Pflanze unter anderem Flavonoide, phenolische Säuren und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
Diese Stoffgruppen besitzen unterschiedliche chemische Eigenschaften. Was sich besonders gut in hochkonzentriertem Ethanol löst, muss deshalb nicht gleichzeitig die optimale Extraktionsbedingung für andere Bestandteile darstellen.
Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung verglich beispielsweise hydroalkoholische Extrakte mit 50, 60, 70, 80 und 96 % Ethanol. Für die dort untersuchten Polyphenole wurde die höchste Ausbeute nicht bei 96 %, sondern bei 80 % Ethanol erreicht. Identifiziert wurden unter anderem Apigenin, Luteolin, Chlorogensäure, Kaffeesäure und Isoquercitrin.
→ Studie mit 50 bis 96 % Ethanol im Volltext ansehen
Molecules, 2024: Untersuchung hydroalkoholischer Artemisia-Extrakte mit 50, 60, 70, 80 und 96 % Ethanol.
Genau deshalb betrachten wir unseren 72-%- und unseren 96-%-Extrakt als zwei eigenständige Varianten und nicht als Qualitätsstufen.
Was die Forschung belegt – und was nicht
Die verlinkten wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen nachvollziehbar, dass die Ethanolkonzentration einen erheblichen Einfluss darauf haben kann, welche Bestandteile aus Artemisia annua extrahiert werden und in welcher Menge sie im jeweiligen Versuchsextrakt vorliegen.
Sie liefern damit die wissenschaftliche Grundlage für die unterschiedliche Ausrichtung unserer 72-%- und 96-%-Extrakte.
Die in den Studien gemessenen Werte lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf unser Produkt übertragen. Pflanzencharge, Sorte, Standort, Erntezeitpunkt, Trocknung, Zerkleinerungsgrad, Extraktionsdauer, Temperatur, Pflanzen-Lösungsmittel-Verhältnis und weitere Herstellungsparameter können das Extraktionsergebnis beeinflussen.
Ohne eine Analyse der jeweiligen Produktcharge geben wir deshalb bewusst keinen bestimmten Artemisinin-, Sesquiterpen-, Flavonoid- oder Polyphenolgehalt für diesen Extrakt an.
Die wissenschaftlichen Quellen dienen ausschließlich der Einordnung des Extraktionsverfahrens und der unterschiedlichen Lösungseigenschaften verschiedener Ethanol-Wasser-Verhältnisse. Aus den Forschungsergebnissen wird keine gesundheitliche oder therapeutische Wirkung unseres Produktes abgeleitet.
20 g Artemisia annua je 100 ml Extraktionsflüssigkeit
Für unseren 96-%-Extrakt verwenden wir 20 g getrocknete Artemisia-annua-Blätter je 100 ml Extraktionsflüssigkeit. Der Ansatz verbleibt über mehrere Wochen bei Raumtemperatur und wird anschließend von den Pflanzenteilen getrennt.
Wir setzen bewusst auf ein einfaches und nachvollziehbares Verfahren: Artemisia annua, hochprozentiges Ethanol und ausreichend Zeit für die Extraktion.
- •96 % Alkohol
- •20 g Artemisia-annua-Blätter je 100 ml Extraktionsflüssigkeit
- •Mehrwöchige Mazeration
- •Keine zusätzliche Erwärmung während der Extraktion
- •Abgefüllt in lichtschützendem Violettglas
Die Grundlage unserer Einordnung
90 % Ethanol und Artemisinin
Direkter Vergleich von Wasser sowie 25, 50 und 90 % Ethanol. Unter den untersuchten Bedingungen wurde bei 90 % Ethanol mit 7,9 ± 0,8 mg/ml die höchste Artemisinin-Konzentration gemessen. Andere Stoffgruppen zeigten jedoch abweichende Konzentrationsverläufe.
Biomolecules, 2021
95 % Ethanol in einer Optimierungsstudie
Bei einer systematischen Optimierung verschiedener Extraktionsparameter wurde innerhalb des Versuchs die höchste Artemisinin-Ausbeute bei 95 % Ethanol erzielt. Gleichzeitig zeigte sich, dass auch das Verhältnis zwischen Pflanzenmaterial und Lösungsmittel einen wesentlichen Einfluss besitzt.
Revista Brasileira de Farmacognosia, 2017
96° Ethanol im präparativen Einsatz
Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung beschreibt den erfolgreichen Einsatz von 96° Ethanol bei der präparativen Isolierung von Artemisinin und verweist auf eine Gesamtprozess-Rückgewinnung von etwa 73 %.
ACS Omega, 2025
Hoher Ethanolanteil und Sesquiterpene
Bei einer Untersuchung von Ethanol-Wasser-Mischungen zwischen 0 und 100 % begünstigten Konzentrationen ab etwa 70 % die Extraktion von Sesquiterpenen wie Artemisinin, während mittlere Alkoholkonzentrationen für phenolische Verbindungen günstiger waren.
ACS Agricultural Science & Technology, 2026
50 bis 96 % Ethanol im Vergleich
Hydroalkoholische Extrakte mit 50, 60, 70, 80 und 96 % Ethanol wurden hinsichtlich verschiedener Polyphenole untersucht. Die höchste Polyphenol-Ausbeute wurde unter den gewählten Bedingungen bei 80 % und nicht bei 96 % Ethanol erreicht.
Molecules, 2024
Hinweise zum Produkt
Der Extrakt enthält einen sehr hohen Anteil Ethanol und ist leicht entzündlich. Bitte stets gut verschlossen, kühl und lichtgeschützt aufbewahren und konsequent von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen und anderen Zündquellen fernhalten.
- •Enthält 96 % vol. Alkohol.
- •Leicht entzündlich – von Zündquellen und offenen Flammen fernhalten.
- •Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
- •Bei bekannter Korbblütler-Unverträglichkeit Artemisia annua beachten.
- •Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.


